22
Feb
2011

Nachricht die zweite

Für alle die sich fragen warum solange kein zweiter Eintrag entstanden ist: Wie bei den meisten meiner derzeitigen Probleme liegt die Schuld beim fehlenden Internet. Internetzugang habe ich weiterhin ausschließlich auf der Uni, das erleichtert das Arbeiten nicht gerade. Das die Anzahl meiner Blogeinträge darunter leidet stellt ja weiter kein großes Problem dar. Nur bin ich es von früher gewohnt, um 9 Uhr abends den Laptop einzuschalten, Dinge zu erledigen, Mail zu schreiben und anfallende Unisachen abzuarbeiten. Ich fahre jetzt also fast täglich auf die EPFL und verbringe dort die Prime-Time des Tages im Internet. Blöd nur, dass die selbe Zeit auch von so vielen anderen Dingen in Anspruch genommen wird. Behördengänge, Termine auf der Uni, Freunde die sich auf verschiedenste Weise melden und ein unglaublicher Haufen von Aufgaben die ich erledigen muss oder sollte. Nicht zuletzt verlangt mein Magen innerhalb der paar Stunden auch nach Mittag- und Abendessen.
Essen im Restaurant am CampusEssen auf der EPFL ist leider auch ein eigenes Kapitel. Von der TU war ich es noch gewohnt, direkt neben der Uni im Billa einzukaufen - auf solchen Luxus muss man in Lausanne eher verzichten. Der nächste Supermarkt ist 4 U-Bahn Stationen entfernt. Direkt am Unicampus findet sich zwar was Mensa-Ähnliches und mehrere Imbisstand-Variationen, jedoch kaum etwas im leistbaren Preissegment. Für eine ziemlich kleine, lauwarme Lasagne zahlte ich 9 Franken (7,20 Euro) und der Geschmack ließ mehr als zu wünschen übrig. (Bei Lasagne gilt zwar stets der Grundsatz "Mami machts besser", aber die schmeckte echt nach gar nichts). Gegessen wird also fast immer daheim und bei 40 Minuten U-Bahn Fahrt dauert das eben. Momentan bin ich noch ganz gut darin fast täglich warm zu kochen, ich vermute aber fast, dass mir dafür bald die Zeit abhanden kommen wird.
LasagneSeit meinem letzten Blogeintrag ist das Leben zügig voran geschritten: Ich hab mich in Lausanne inzwischen ganz gut eingelebt, war am Freitag beim Welcome-Meeting für Austauschstudenten (dort wurde ich um einiges besser informiert als bei meinem Start an der TU) und lernte auch gleich erste andere Austauschstudenten kennen. Nach den offiziellen Informationen blieben wir gemeinsam noch eine Weile am Campus und trafen uns schließlich am Abend wieder um das Lausanner Nachtleben zu testen - dort geht echt was ab. Bei den Preisen hört sich dort allerdings wieder mal der Spaß auf, 10 Franken (8 Euro) für ein Bier sind einfach jenseits des Zumutbaren. Beim Bier findet man in Lausanne jede Menge trinkbares aber auch einige weniger empfehlenswerte Sorten, das 10-Franken-Bier kam jedenfalls nicht an österreichisches Gebräu heran.
Cardinal Lager BierIch hatte im Übrigen vor, mit diesem Eintrag selbst geschossene Bilder online zu stellen, von unserem Haus, meinem fast fertig eingerichteten Zimmer und dem fabelhaften Ausblick den man von dort auf Lausanne hat. Nur sollte sich herausstellen, dass ich anscheinend meine Kamera vergessen habe. Vielleicht ist sie auch nur momentan nicht auffindbar, persönliche Bilder gibt es erst sobald ich eine Lösung für das Kamera-Dilemma gefunden hab.
Für den heutigen Abend hab ich mich mit meiner Nachbarin zum Tee verabredet, freue mich schon darauf. Im Laufe des Tages stehen noch einige Behördengänge an, vielleicht eröffne ich auch ein Bankkonto in der Schweiz, das wollte ich immer schon mal machen. Credit SuisseDie Tatsache dass die "Credit Suisse" 2 Filialen auf der EPFL hat erleichtert den Umstand um einiges. Wenn alles gut geht sollte ich heute auch mein Stipendien ausgezahlt bekommen, den vollen Durchblick hab ich noch nicht darüber wie das mit Erasmus in der Schweiz genau funktioniert. Zumindest weiß ich, dass es anders als für andere Erasmusaufenthalte läuft weil die Schweiz nicht Teil der EU ist, es wirkt fast als erzeuge das jede Menge zusätzliche Komplexität.
Bei den Kursen sollte ich eigentlich Panik haben, hat sich allerdings bislang noch nicht eingestellt. Zumindest stellte sich heraus, dass sich einiges überschneidet, manche Kurse nicht möglich sind und ich weniger als die Hälfte der geplanten Kurse besuchen kann - was den Verlust sämtlicher Beihilfen bedeuten würde. Ich hoffe das Beste, falls ich keine Lösung finde komme ich in einer Woche wieder nach Wien, aber ohne Zuschüsse in Lausanne studieren ist trotz des billigen Zimmers finanzieller Selbstmord.
Orange Modem
Zu guter Letzt noch ein verzweifelter Aufruf: Falls wer einen Internet-Stick für mobiles Internet von Orange besitzt und den billig oder gratis loswerden will, ich hab einen feuchten Händedruck und eine herzliche Umarmung zu vergeben. (Natürlich könnt ich auch ein bisschen was dafür zahlen ;-)

Salut,
Martin
Martin...

Martin goes Lausanne


Zufallsbild

Lasagne