Dritter Tag in Lausanne

Ich liege hier im topmodernen Rolex-Lerning-Center am Uni-Campus meiner Uni, der EPFL in Lausanne. Ja richtig, ich liege! Das Rolex-Learning-Center ist der blanke Wahnsinn! Etwas vergleichbares ist mir bisher noch nicht untergekommen. Ein riesiges Lernzentrum mit Sitz- und Lernplätzen, neben den Tischen kann man einfach Steckdosen aus dem Boden ziehen und dort seinen Laptop anstecken.

Um es mir erstmal gemütlich zu machen, habe ich mir drei Sitzsäcke geschnappt und sitze jetzt neben einer Glasfront mit Aussicht auf den Campus. Meinen Laptop hab ich auch an so einer Steckdose am Boden angesteckt. Vor mir ist eine Schräge nach unten, dort gibt es einen kleinen Shop für Bücher und eine Filiale einer Bank oder Kreditinstitut, oder was immer das genau ist. Auf den Bilder sieht man wies dort aussieht, einfach unglaublich.

Heute habe ich auch zum ersten Mal Franken beim Bankomaten bezogen. Bis jetzt hab ich nämlich immer mit Euro bezahlt was in den meisten Geschäften problemlos möglich ist. Die Banknoten sehen wirklich sensationell aus, fast wie Spielgeld, das hat echt was.

Sprachlich versuche ich mich die meiste Zeit mit meinem Französisch durchzuschlagen. Meistens geht das ganz gut, manchmal ist es aber echt hart. Nachdem ja die französischen Wörter viel länger sind als die deutschen oder englischen, sind die Leute es gewohnt, extrem schnell zu sprechen. Sie sind jedoch fast ausnahmslos freundlich und haben Verständnis, wenn man Dinge nicht sofort versteht oder verzweifelt nach Worten sucht. Manchmal weicht man auch aufs Englische aus, aber ich versuche das eher zu vermeiden damit ich endlich Französisch lerne.
Bei meinem Wohnungskollegen ist es besonders schwierig. Der kann kaum Englisch, ich frage mich fast immer, ob er überhaupt versteht was ich ihm sagen will. Nachdem ich auch kaum Französisch kann ist reden mit ihm immer ein Abenteuer. Wir haben gemeinsam den Dachboden geplündert und uns ein Wohnzimmer eingerichtet. Die Wohnung ist übrigens in richtig schlimmen Zustand, allerdings sehr groß und man muss sich keine Gedanken darüber machen, was zu beschädigen.
Lausanne ist eine wunderschöne Stadt. Sie ist an einem Hügel gebaut und hat eine U-Bahn die dort schräg hinauffährt. Die Ubahn dort ist sowieso ganz anders als in Wien. Fahrer gibt es dort überhaupt keinen und die Länge der Züge beträgt kaum mehr als ein Drittel der Wiener U-Bahn Züge, dafür gibt es auch an den Stationen Türen und nicht nur im Zug, sodass man am Bahnsteig vor einer Glasfront steht. Es gibt zwei Linien, eine die zu meinem Zuhause rauf fährt und eine andere, die flach zu den Unis raus fährt.
Internetzugang hab ich noch keinen, das ist echt beschissen. Gestern hab ich mal 5 Franken (das sind 4 Euro) nur für 1 1/2 Stunden Internetzugang bezahlt, heute genieße ich den Internetzugang auf der EPFL. Das war echt praktisch, ich hatte das Eduroam-Internet von der TU-Wien noch eingerichtet, machte nur den Laptop auf und konnte lossurfen. Woher ich allerdings Internet abseits der Uni bekommen könnte, steht noch in den Sternen. Mobiles Internet ist in der Schweiz kaum leistbar, genauso wie Internet am Handy und selbst Telefonieren ist unbezahlbar. Wenn alles gut geht, werde ich mir heute noch eine schweizer Simkarte zulegen. Nach Hause telefonieren wird dann billiger sein als in der Schweiz telefonieren. Echt schlimm, dass es viel billigere Tarife fürs Ausland als fürs telefonieren in der Schweiz gibt...
Für heut hab ich genug geschrieben, schönen Tag noch,
funblog - 16. Feb, 15:57

